Mütter mit Modem
Ein Netzwerk von »Frauenwebsites« im frühen WWW
In den 1990er Jahren waren Frauen im rasant wachsenden World Wide Web (WWW) unterrepräsentiert – und dies rund um den Globus, auch wenn sich die Zahlen nach Ländern und Weltregionen durchaus unterschieden.1 Visionen, die Gleichberechtigung und Partizipation durch das neue Medium versprachen, schienen so auch in der deutschen Netzcommunity durch die Realitäten der quantitativen Geschlechterverteilung gebrochen zu werden. Dennoch nahmen Frauen aktive Rollen in »virtuellen Gemeinschaften«2 ein und prägten durch ihr Zutun als Prosumentinnen ein Stück Kultur des frühen Webs. Dieser Beitrag stellt anhand einer Netzwerk-Visualisierung vor, wie sich Frauen mittels privater Homepages im noch jungen Medium des World Wide Web präsentierten und in einem spezifischen Zusammenhang von »Frauenwebsites« vernetzten. Diskutiert wird das Community Building von Frauen im Netz und die Frage, welche politischen Dynamiken die Ausbildung von Netzwerken entlang gemeinsamer Geschlechtsidentitäten im virtuellen Raum entfachten. Denn das Tun der Frauen hatte, so die These, emanzipatorisches Potenzial und zementierte gleichzeitig bestehende Geschlechtervorstellungen.3
Steckbrief Quelle
Netzwerk-Visualisierung und -Analyse von privaten Homepages von Frauen Springe zu Quelle- Zeitraum
- 1999/2000
- Umfang
- ein Webring mit 67 privaten »Frauenwebsites« und über 700 mit ihnen verbundenen Websites
- Archiv
- World Wide Web, Internet Archive/Wayback Machine
Je mehr Webseiten es gab, desto relevanter wurde die Funktion, die Inhalte des Web durchsuchbar und auffindbar zu machen. Viele private Websites führten eine Rubrik mit Linkempfehlungen, die als Kuratierung von Webinhalten nach dem Modus persönlicher Vorlieben fungierten. Im Zeitalter vor den großen Suchmaschinen wie Yahoo, Altavista und schließlich Google boten außerdem Webringe eine relativ einfache Möglichkeit, das Web entlang thematischer Interessen zu erschließen. In Webringen wurden einander thematisch nahestehende Websites verlinkt. Die Mitglieder stellten eine grafische Fläche mit einem Hyperlink auf ihre Seite, der die Besucher:innen durch einen Klick auf eine andere Website aus dem Ring führte. So konnten sie sich entlang eines Themas durch das Netz hangeln beziehungsweise »surfen«.4
Webringe existierten in großer Zahl und zu allen denkbaren Themen. »Frauenwebsites«, also Websites von Frauen, die sich manchmal, aber nicht immer an ein vornehmlich weibliches Publikum richteten, stellten ein eigenes Thema dar. Das deutschsprachige Web kannte zwei große Webringe für »Frauenseiten«: die »CyberWyber« und die »Mütter mit Modem«.
Der letztgenannte Ring war die deutsche Adaption des US-amerikanischen Vorbilds »Moms with Modems«.5 Gegründet wurde »Mütter mit Modem« von der Kölnerin Carola Enning, die seit 1996 die »Hausfrauenseite« betrieb, auf der sie sich Themen einer traditionell weiblich kodierten Lebenswelt widmete.6 Als große und populäre private Seite waren die »Hausfrauenseite« und das angegliederte Forum eine Anlaufstelle zur Vernetzung rund um die Themen Haushalt, Küche und Kindererziehung. Angesprochen wurden explizit auch Nicht-Hausfrauen und Männer. Im Webring »Mütter mit Modem« hingegen mussten die Mitglieder Frauen sein und zudem Kinder haben oder mindestens erwarten. Die »Mütter mit Modem« und die Linklisten ihrer Mitglieder bieten einen guten Ausgangspunkt, um Selbstdarstellung und Vernetzung von Frauen im frühen WWW zu untersuchen.7
Websites: Privatheit und Persönlichkeit im virtuellen Raum
Die Hochphase der Webringe und der ihnen angeschlossenen privaten Seiten im deutschsprachigen Web lag zwischen Mitte der 1990er und Mitte der Nullerjahre. Die Medienwissenschaftlerin Madhavi Mallapragada hat auf die Homepage8 als kulturelle Metapher verwiesen, die vor dem Hintergrund tiefgreifender globaler Veränderungen um die Jahrtausendwende – darunter fasst sie das Aufkommen eines »digitalen Kapitalismus«, einen tiefgreifenden medialen und kommunikativen Wandel sowie den Anstieg globaler Mobilität und Migration – eine stabile Form der Zugehörigkeit ausdrücken konnte.9 Mallapragada untersucht dies am Beispiel von Homepages der indischen Diaspora in den USA; auf andere soziale Differenzkategorien wie Geschlecht ist das Deutungsangebot jedoch genauso anzuwenden. Frauen, die ihre Websites mit denen anderer Frauen bzw. Mütter sichtbar vernetzten, wollten schließlich ganz bewusst als Teil dieser (Erfahrungs-)Gemeinschaft wahrgenommen werden und von ihr profitieren.
Die Medienwissenschaftlerin Susanna Paasonen betont den Charakter von privaten Homepages als »stable point of departure and return«10 und wertet sie als virtuelles Äquivalent zu einem Zuhause. Damit verschränken sich zwei Funktionen: der bei Mallapragada herausgestellte Ausdruck eines vertrauten Fixpunktes in der virtuellen Umgebung sowie die Möglichkeit, dieses Zuhause nach den eigenen Wünschen auszugestalten. Letztere diente gleichzeitig der öffentlichen Zurschaustellung der eigenen Präferenzen. Webseiten wurden mithin liebevoll dekoriert wie das heimische Wohnzimmer, wobei Schmücken und Dekorieren als klassisch weiblich kodierte Tätigkeiten galten. Das digitale Dekor offenbarte ausgewählte Informationen über die Persönlichkeit der Homepage-Besitzerin: »[...] the self, as represented on home pages, is engaged in impression management, acts of making an impression on others, staging characters, and presenting one’s self in the best possible light.«11 Das stellte auch die Soziologin Sabina Misoch in ihrer Untersuchung von Selbstrepräsentationen auf privaten Websites empirisch fest, die sie im Ergebnis als »Bühnen der Selbstdarstellung und der Selbstinszenierung«12 bezeichnete. Für sich genommen, waren private Websites im frühen Web also Projekte, die Aussagen über die Inszenierung der eigenen Persönlichkeit zuließen und private Einblicke offenbarten. In der Summe konnten sie jedoch auch politischen Gehalt erlangen, gerade wenn sie sich über geschlechterbezogene Kategorien vergemeinschafteten.
Archivierte private Websites als Quellen nutzen: Kritik und Methodik
Da das WWW schon aus seiner Hypertext-Struktur heraus als Netzwerk angelegt ist, ist die Erforschung von Websites als Quellen zugleich auch Forschung an historischen Netzwerken per se. Dennoch stehen diese Netzwerkstrukturen als solche nur selten im Mittelpunkt historischer Analysen. Der Fokus der noch jungen Disziplin der Web History liegt zumeist auf anderen, oft inhaltsbezogenen Fragestellungen, methodischen Überlegungen oder Problemen der digitalen Archivierung.13 Das ist auch deshalb nachvollziehbar, weil die Netzstruktur von Websites in ihren Geflechten und Beziehungen bei der Betrachtung einzelner Seiten zunächst nicht in Gänze wahrgenommen werden kann. Genau hier setzt dieser Beitrag an: Die Visualisierung von Website-Netzwerken verdeutlicht, wie einzelne Websites aufeinander bezogen waren und welche Seiten zentrale Stellungen hatten – oder eben nicht so zentral waren wie angenommen.14 Letztendlich handelt es sich bei den Netzwerkstrukturen des WWW um vermittelte Sozialbeziehungen in einer »digitalen Gesellschaft«.15
Worin also besteht das digitale Quellenmaterial, das hier im Fokus stehen soll, und wo ist es zu finden? Ende des Jahres 1999 waren 108 Websites Teil des »Mütter mit Modem«-Webrings. Das geht aus der Teilnehmerinnenliste hervor, die auf der ersten archivierten Version der Webring-Seite zu finden ist.16 Seit 1996 archiviert das in San Francisco ansässige Internet Archive (https://archive.org/) Webseiten, die mittels Web Crawlern automatisch, jedoch unregelmäßig erfasst werden. Über die Wayback Machine (https://web.archive.org/) des Internet Archive können die archivierten Webseiten einfach und kostenlos aufgerufen werden.17 Zu den quellenkritischen Herausforderungen dieser »re-born digitals« gehört allerdings, dass manche Seiten lediglich in Teilen erfasst wurden, die Inhalte im Nachhinein gelöscht werden können und die Überlieferungen Lücken aufweisen, die nicht notwendigerweise offensichtlich erkennbar sind.18 Je unbekannter die Seiten waren, desto weniger Versionen sind in der Regel von ihnen archiviert. Trotz dieser Einschränkungen bietet das Internet Archive einen überaus reichhaltigen Quellenfundus, um die Kulturgeschichte des frühen Web zu erforschen, und macht zumindest einzelne Versionen der heute zum größten Teil verschwundenen privaten Websites verfügbar.
Die erste archivierte Version der »Mütter mit Modem«-Homepage im Web Archive ist auf den 28. November 1999 datiert.19 Von dieser Zusammensetzung ausgehend, visualisiere und untersuche ich die Netzwerke privater »Frauenwebsites« untereinander sowie Verlinkungen auf andere private oder besonders populäre Seiten, die im Zeitraum von Ende 1999 bis Ende 2000 außerhalb des Webrings lagen. Aufgrund der lückenhaften Überlieferung des Web Archive dient der längere Zeitraum dazu, mehr Seiten und deren Linkempfehlungen überhaupt zu erfassen. Da einzelne private Websites in ihrer Ausrichtung und ihrem Umfang oft über Jahre relativ konstant blieben – ihre Umgestaltung war zeitaufwendig –, führt ein längerer Untersuchungszeitraum kaum zu Verfälschungen.
Die Netzwerk-Visualisierung ist nur so aussagekräftig wie die Daten, die eingeflossen sind. Im Fokus der Analyse stehen private Websites. Während die Grenzen der »Mütter mit Modem« durch die Aufnahmekriterien des Webrings vorgegeben sind,20 ist der private Charakter der Seiten mitunter weniger eindeutig bestimmbar. Bei Selbstständigen etwa mischte sich der Online-Auftritt als Privatperson oftmals mit einer Gewinnabsicht. Hinzu kamen Websites, die sich vorrangig dem gegenseitigen Austausch, der Preisgabe persönlicher Informationen oder gemeinwohlorientierten Interessen widmeten, etwa Vereine oder Initiativen beispielsweise aus dem Bereich Opferschutz. Zusätzlich zu allen privaten Seiten wurden auch all jene Websites visualisiert, die zwar eine primär kommerzielle Ausrichtung hatten, aber von mehreren Webring-Mitgliedern empfohlen wurden. Letzteres betraf zum Beispiel Seiten rund um die Themen Esoterik und Naturheilkunde sowie Elternthemen.
Nicht aufgenommen wurden alle Links zu Seiten, von denen keine gespeicherte Version im Internet Archive vorlag und deren Inhalt und Charakter dadurch nicht ermittelt werden konnten – auch wenn sie selbst Teil des Webrings waren. Diese Entscheidung basiert auf forschungsethischen Erwägungen. Das Internet Archive bietet die Möglichkeit, eigene Webseiten nachträglich löschen zu lassen. Es ist nicht auszuschließen, dass Website-Betreiberinnen ihre Seiten nicht archiviert sehen wollen und sie daher nicht mehr online reproduzierbar sind. Das »Recht auf Vergessenwerden« soll hier höher gewichtet werden als die Vollständigkeit der Rekonstruktion.
Schließlich wurde das Netzwerk mit dem Open Source-Programm Gephi visualisiert. Um die Daten für die Visualisierung aufzubereiten, mussten die Links im ersten Schritt über ein Skript aus dem Quellcode des Web Archive extrahiert werden. Im zweiten Schritt wurden alle Links händisch geprüft und all jene entfernt, die rein kommerzielle oder pornografische Inhalte zeigten oder aber nicht (mehr) archiviert waren. Die Visualisierung basiert daher auf 67 der ersten 108 »Mütter mit Modem«-Seiten und deren noch immer nachvollziehbaren Verlinkungen. In der Summe ergeben sich 789 Seiten und 1046 Verlinkungen.21
Mehr als nur ein »Nebenprodukt« der händischen Aufbereitung der Daten war die Sichtung aller Homepages, die automatisiert aus dem Quellcode extrahiert wurden. Die qualitative Analyse ist ergänzend zu den quantitativen Ergebnissen der digitalen Methodik unerlässlich.
Die Visualisierung
Das sichtbare Ergebnis der Netzwerk-Visualisierung der »Mütter mit Modem« mittels Gephi ist nur eines von zahlreichen möglichen. Es soll einen Einstieg für eigene Erkundungen der Methode bieten und dazu anregen, weitere zeithistorische Untersuchungen des frühen Web entlang von Webringen vorzunehmen.22 Die Visualisierung und ihre Parameter zu verändern ist Teil der Methodik, es gibt nicht die eine, »richtige« Ansicht. Erst durch die Veränderung von Visualisierungsstil oder einzelnen Parametern23 offenbaren sich Erkenntnisse und neue Fragen über die Beschaffenheit des Netzwerks und das relationale Verhältnis seiner Mitglieder.
Im vorliegenden Beispiel gibt die zugewiesene Farbe der Knoten Auskunft über die inhaltliche Ausrichtung der Seiten. Thematisch nahestehende Seiten wurden geclustert, sodass inhaltliche Schwerpunkte des Netzwerks sichtbar werden. Die quantitativ am stärksten vertretenen Schwerpunkte sind Familie, Selbermachen, Esoterik und Selbsthilfe. Seiten, die zu mehreren Kategorien passen, wurden nach ihrer vorrangigen Zugehörigkeit einsortiert. Alle Mitglieder der »Mütter mit Modem« sind als »member« gekennzeichnet, auch wenn sie sich darüber hinaus einem thematischen Cluster zuordnen lassen.
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Ergebnisse der Analyse des Netzwerks
»Frauenwebsites« waren ein lose verknüpftes Netzwerk, anhand dessen sich das Web Ende der 1990er Jahre nur in Schlaglichtern thematisch erschließen ließ. Die »Frauenwebsites« zeigten eine große Themenvielfalt, Experimentierfreude und Kreativität ihrer Erstellerinnen, die auch in der relativ regelmäßigen Ausbreitung des Netzwerks zum Ausdruck kamen. Die Vielfalt von Frauen abzubilden, entsprach der Intention der Webring-Initiatorin Carola Enning, die damit anderen Frauen Lust aufs Web machen wollte.24 Die visualisierten Themencluster machen deutlich, dass es bei aller Vielfalt dennoch einige inhaltliche Schwerpunkte des Netzwerks gab, die auch geschlechterspezifische Prägungen hatten wie der Bezug zu Mutterschaft, die zahlreichen Seiten rund ums Selbermachen oder die zeitgenössischen »Hexenseiten« im Cluster »Esoterik«.25
Der zentrale Knoten im Netzwerk, auf den fast alle Seiten verlinkten, war neben der »Hausfrauenseite« die Homepage des Webrings selbst. Darin steckte implizit bereits die Empfehlung aller anderen Mitgliedsseiten. Gut möglich, dass sich Website-Betreiberinnen auch deshalb kaum die Mühe machten, andere dem Ring angehörigen Websites nochmals explizit zu verlinken. Auffällig ist jedenfalls, wie wenig Mitgliedsseiten insgesamt auf andere Seiten im Webring verlinkten (breite hellblaue Linien). Erklärbar wird dies im Hinblick auf drei Faktoren: Zuerst ist der Aufwand zu berücksichtigen, den die Pflege ausführlicher Linklisten bedeutete, zweitens kamen rechtliche Unsicherheiten in Bezug auf Haftung für verlinkte Inhalte hinzu, und drittens gab es eine große thematische Breite des Rings. Schließlich gründete der Zusammenschluss aller Webring-Mitglieder ausschließlich darauf, dass die Teilnehmerinnen Mütter waren – eine Eigenschaft, die grundsätzlich Frauen aller Schichten, Berufe und Hobbys zu verbinden vermag, aber, umgekehrt, nicht jede »Frauenwebsite« thematisch prägte.
Einige Seiten boten besonders viele Linkempfehlungen. Sie tauchen im Netzwerk als brombeerartige Knotenansammlungen auf, bei denen von einem zentralen (hellblauen) Knoten aus Pfeile auf viele sie direkt umgebene Knoten verweisen. Eine der Seiten mit besonders vielen Links war »Ulrikes Sammelsurium«.26 Betrieben wurde die Seite von der Krankenschwester Ulrike Strieder, die außer privaten Websites viele weitere Angebote entlang ihrer Interessen – u.a. Internet, Haustiere, Medizin, Esoterik und Kunst – empfahl. Auf der Seite und bei ihren Hinweisen zum Thema Online-Recht spiegeln sich im Übrigen die Auseinandersetzungen rund um (vermeintliche) Markenrechtsverstöße im Web, die unter dem Stichwort »Abmahnwahn« verhandelt wurden.27
Als eine Art Adressbuch im Web mit gegenderter Ausrichtung existierte die Seite »FrauenLinks«, deren einziger Zweck die Bereitstellung von solchen Links war, die Relevanz bzw. Nutzen für Frauen haben sollten.28 Online-Adressbücher spezifisch an Frauen gerichtet existierten auch in Buchform.29 Juristische Probleme und das Aufkommen von auf Algorithmen beruhenden Suchmaschinen waren die Hauptfaktoren, die dazu führten, dass Linkverzeichnisse und -listen allmählich verschwanden. In der Konsequenz gingen exemplarisch die »FrauenLinks« im Jahr 2001 offline – und mit ihnen ein Stück Geschichte des frühen WWW und seiner Nutzungspraktiken.30
In die Reihe der Websites, auf denen primär oder ausschließlich Links zur Verfügung gestellt wurden, gehören auch andere Webringe (gelb gefärbte Knoten), auf die – ausgehend von den »Mütter mit Modem«-Mitgliedsseiten – verlinkt wurde. Besonders häufig waren das die »CyberWyber« unter der Domain »www.frauenland.de«. »CyberWyber« war neben den »Müttern mit Modem« der größere der beiden bekanntesten deutschsprachigen »Frauen-Webringe«. Die »CyberWyber« verbanden Seiten, die von Frauen erstellt sein sollten, und »das soll auch ganz deutlich aus der Homepage hervorgehen«.31 Eine Mitgliedschaft in mehreren Webringen gleichzeitig war möglich und gängige Praxis. So waren zahlreiche »Mütter mit Modem« auch bei den »CyberWybern« und umgekehrt.
Das »Mütter mit Modem«-Netzwerk weist nur zehn gegenseitige Verbindungen (breite Linien), aber viele einseitige Links (dünne Linien) auf. An gleich sechs der sogenannten Backlinks war die »Hausfrauenseite« beteiligt. Diese Tatsache offenbart, dass das Ideal der Reziprozität, d.h. einer gegenseitigen Verlinkung, wie sie beispielsweise auf der »Hausfrauenseite« als Bitte formuliert war, nicht gelebt wurde.32 Das kann als Hinweis darauf gelesen werden, dass »Web-Netiquette« mitunter eher Lippenbekenntnis als soziale Praxis war. Eine besonders enge Beziehung, die sich auch in der gegenseitigen Verlinkung beider Seiten ausdrückt, existierte zwischen der »Hausfrauenseite« und dem »Babyzimmer«. Die beiden Webmasterinnen hatten sich online kennengelernt, wie aus dem Web-Tagebuch von Carola Enning hervorgeht, trafen sich auch offline, und Jeanette P. übernahm schließlich die Pflege der »Mütter mit Modem«.33
Eines der inhaltlichen Cluster sind Seiten rund um die Themen Elternschaft und Geburt, die als Kategorie »Familie« dargestellt sind. Hier teilten Frauen (und auch ein paar wenige Männer) unter anderem zahlreiche Erfahrungsberichte ihrer Geburten.34 Geburtsberichte waren ausweislich ihrer großen Verbreitung ein beliebtes Genre der »Familienseiten«. Die Berichte spiegeln eine große Bandbreite von Erfahrungen, die dazu geeignet waren, werdende Eltern, insbesondere Mütter, auf die Geburt vorzubereiten und sie zu ermächtigen, das Ereignis gut informiert und selbstbestimmt zu gestalten. Die große Varianz in den Erzählungen diente außerdem dazu, Tabus um das Thema aufzubrechen. Beides verlieh der Kommunikationspraktik emanzipatorisches Potenzial.
Ein anderes Cluster sind die »Frauenwebsites« aus dem Bereich Selbsthilfe. Sie zeigen den politischen Gehalt, der im Zusammenschluss der »Frauenwebsites« lag und unmittelbar an die Möglichkeiten von Homepages geknüpft war. Im Cluster (Selbst-)»Hilfe« finden sich neben Seiten zur Vernetzung bei bestimmten Krankheitsbildern auch private Websites von und für Betroffene von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung.35 Die Seiten boten Anlaufstellen für andere Betroffene sowie Möglichkeiten der virtuellen Vernetzung und des Teilens eigener Erfahrungen. Überlieferte Gästebucheinträge bezeugen, wie wichtig die Vernetzung mit anderen Betroffenen den Überlebenden von Missbrauch war. Zudem machten die Seiten ein Problem sichtbar, das ansonsten vielfach im Privaten blieb und tabuisiert wurde. Die Initiatorin einer dieser Seiten mit dem Namen »Gegenwehr« suchte anfänglich aktiv nach Medienkontakten, um die Reichweite für das Thema und ihre Website zu vergrößern, berichtete jedoch auch von ambivalenten Erfahrungen mit der Medienberichterstattung über sich.36 Schließlich verlagerten mehr und mehr Institutionen zur Unterstützung Betroffener ihre Angebote ins Web und lösten die privaten Seiten in ihrer Funktion als Anlaufstelle ab.37 Die Website-Betreiberinnen stellten ihre Webpräsenz Anfang der Nullerjahre ein, hatten durch ihr Wirken jedoch einen wichtigen Beitrag geleistet, um Selbsthilfe zu organisieren und sexuellem Missbrauch als gesellschaftlichem Problem mit deutlicher Geschlechterkomponente Aufmerksamkeit zu verschaffen – und dabei selbst als Betroffene die Erzählungen zu prägen.38
Ausblick
Die Netzwerk-Visualisierung macht sichtbar, was eine historisch-kritische Quellenlektüre nur schwerlich offenbart: die hypertextuelle Struktur des WWW, deren besonderer Reiz gerade in der Verknüpfung von Inhalten, Gruppen und Einzelpersonen liegt. Der Blick auf die Ära der Webgeschichte vor der Verbreitung großer Suchmaschinen führt vor Augen, wie sich Frauen im vorliegenden Beispiel Webringe und Linklisten zu Nutze machten, um anderen Userinnen den Weg durch das Netz zu weisen. Dabei verband sich mit der Verlinkung immer die Sichtbarmachung der Online-Aktivitäten anderer, zugleich war der Link Teil einer performativen Selbsterzählung.
Der besondere Mehrwert des Netzwerks »Mütter mit Modem« lag unter anderem darin, Menschen in ähnlichen Lebensphasen und mit ähnlichen Herausforderungen praktische Informationen zugänglich zu machen. Unterstützung, Service und Selbsterzählung waren eng miteinander verwoben. Der Blick auf den Webring verdeutlicht, wie Frauen, die im frühen Web in der Minderzahl waren, dessen Möglichkeiten nutzten, um sich über »ihre« Themen und Interessen auszutauschen. Das konnten Hobbys und Familienleben sein, aber auch dezidierte Notlagen. Dadurch offenbarte sich einerseits eine emanzipatorische Dimension des virtuellen Netzwerkens. Andererseits definierten die mit »Frauenwebsites« überschriebenen Sammlungen durch ihre Proklamation gleichsam bestimmte Themenzusammenhänge als weiblich und verstärkten dadurch bestehende Geschlechterbilder.
Die Online-Vernetzung der »Frauenwebsites« ist auch dadurch bemerkenswert, dass es eine ähnliche Vergemeinschaftung privater Websites bei Männern nicht gab. Während »Frauenwebsites« ein stehender Begriff im frühen Web war, existierte kein »Männerwebring« und nur eine einzige selbsternannte »Männerseite«39.
Neben den Webringen, die sich explizit an Frauen richteten, gab es unzählige weitere, deren Themenvielfalt keine Grenze gesetzt war. Die historische Forschung steht erst am Anfang, diese Quellengattung zu erforschen. Wodurch kamen bestimmte Webringe auf, was machte ihren (Miss-)Erfolg aus und welchen Einfluss hatten sie auf gesellschaftlichen Wandel? Gleiches gilt für die Kulturgeschichte verschiedener Arten von Websites und Online-Plattformen. Hier bieten sich der Forschung neue faszinierende Perspektiven, die auch und gerade dem Wandel von Webinhalten mehr Aufmerksamkeit schenken. Die Analyse von Website-Netzwerken kann für Forschende ein »Einstieg« in die Sozialbeziehungen der »digitalen Gesellschaft« sein. Diese Gesellschaft ließe sich neben einem geschlechterhistorischen Zugriff, der hier angerissen wird, noch anders vermessen, etwa nach ihrer geografischen Verteilung oder danach, welche Netzcommunities sich nahestanden bzw. überlappten und warum. Mindestens genauso interessant wie das Aufkommen bestimmter Websites ist auch ihr Vergehen: Zeitlicher Wandel des Netzwerks ließe sich durch die Aufnahme der frühesten und spätesten Version archivierter Webseiten und dem Wechsel von Domains abbilden. Ausgehend davon ließen sich wiederum Fragen nach den Bedingungen des Wandels, nach »Aufstieg und Fall« von Websites beantworten.
In den vergangenen Jahrzehnten veränderten sich die Konventionen über Online-Auftritte. Websites aus den 1990er Jahren wirken für heutige Betrachter:innen durch ihren Humor und ihre grafische Aufbereitung teils unprofessionell und lächerlich. Zudem sind sie gespickt mit privaten und teils sehr intimen Informationen. Das kann unterhaltsam sein, Spott und Befremden auslösen, aber auch persönlichkeitsrechtliche Fragen aufwerfen wie in den Geburtsberichten oder Schilderungen von Gewalt. Für Historiker:innen bedeutet das, sich einem sensiblen Umgang mit ihren Quellen zu verpflichten und die Protagonist:innen in ihrem freudvollen Experimentieren mit dem frühen WWW nicht vorzuführen. Solche ethischen Erwägungen müssen eine digitale Hermeneutik ergänzen.40 So können Forschende auch in Zukunft wertvolle Erkenntnisse über die Kulturgeschichte des »digitalen Zeitalters« gewinnen.
Fußnoten
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1
Für Deutschland wurde die Demographie der Web-Nutzenden seit 1997 kontinuierlich in der ARD/ZDF-Onlinestudie erfasst. Deren Archiv ist online unter der URL https://archiv.ard-zdf-medienstudie.de/archiv-ardzdf-onlinestudie/.
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2
Vgl. Howard Rheingold, Virtuelle Gemeinschaft: Soziale Beziehungen im Zeitalter des Computers, Bonn 1994.
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3
Geschlechtlichkeit findet auf einem breiten Spektrum statt. Heute existieren begriffliche Differenzierungen für verschiedene Positionierungen auf diesem Spektrum. Der Begriff »Frau« wird der möglicherweise tatsächlichen geschlechtlichen Vielfalt der Protagonist:innen zwar nicht gerecht, entsprach aber der Selbstzuschreibung der Website-Betreiberinnen der 1990er Jahre und wird daher hier als Quellenbegriff verwendet.
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4
Die Metapher des »Surfens« im Internet wird der US-amerikanischen Bibliothekarin Jean Armour Polly zugeschrieben, die die Inspiration für ihren berühmt gewordenen Aufsatz »Surfing the Internet« aus dem Jahr 1992 durch ihr Mousepad fand, das einen Surfer zeigte. Jean A. Polly, Surfing the Internet, in: Wilson Library Bulletin June1992, online https://www.netmom.com/images/pdf/surfing_the_internet.pdf.
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5
Zur Entstehung des Webrings siehe das Interview mit Carola Enning »Club der Hausfrauen?«, krit.de, o.D., https://krit.de/apfel-carola.shtml.
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6
Zahlreiche Versionen der »Hausfrauenseite« finden sich im Internet Archive unter der URL: https://web.archive.org/web/19991012095011/http://www.hausfrauenseite.de/. Die früheste gespeicherte Version stammt vom 12.12.1998.
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7
Die Möglichkeit des systematischen Zugriffs auf Websites von Mitgliedern bestimmter Gruppen über Webringe machte sich schon zeitgenössisch sozialwissenschaftliche Forschung zum frühen Web zunutze. Vgl. u.a. Nicola Döring, Personal Home Pages on the Web: A Review of Research, in: Journal of Computer-Mediated Communication 7 (2002), H. 3, https://doi.org/10.1111/j.1083-6101.2002.tb00152.x.
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8
Der Begriff Homepage bezeichnet streng genommen die erste Seite einer Website, die wiederum aus mehreren Unterseiten – Webseiten – bestehen kann. In der Übersetzung zwischen Englisch und Deutsch sowie im umgangssprachlichen Gebrauch verschwimmen die Unterschiede zwar bisweilen, die Begrifflichkeiten sind hier jedoch bewusst gewählt, auch wenn sie möglicherweise von der Quellensprache abweichen.
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9
Vgl. Madhavi Mallapragada, Cultural Historiography of the »Homepage«, in: Niels Brügger/Ian Milligan (Hg.), The Sage Handbook of Web History, London 2019, S. 387-399.
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10
Susanna Paasonen, Figures of Fantasy: Internet, Women & Cyberdiscourse, New York u.a. 2005, S. 83.
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11
Ebd., S. 85.
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12
Sabina Misoch, Identitäten im Internet. Selbstdarstellung auf privaten Homepages, Konstanz 2004, S. 124.
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13
Einen guten Überblick bietet der Band: Brügger/Milligan (Hg.), The Sage Handbook of Web History, sowie das Journal Internet Histories, das seit 2017 viermal jährlich erscheint.
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14
Grundlegend zur historischen Netzwerkforschung siehe Marten Düring u.a. (Hg.), Handbuch Historische Netzwerkforschung: Grundlagen und Anwendungen, Berlin u.a. 2016.
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15
Zur Sozialität von vernetzten Computern siehe Barry Wellman, Computer Networks as Social Networks, in: Science 293 (2001), S. 2031-2034, online https://courses.cs.umbc.edu/graduate/691/spring23/pdf/2031.full.pdf.
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16
»Mütter mit Modem«, Internet Archive, 28.11.1999, unter dem Reiter »Teilnehmerinnen«: https://web.archive.org/web/19991128191105/http://muetter-mit-modem.de/.
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17
Dabei ist die Situation des Archivs als von Hackerangriffen und juristischen Auseinandersetzungen betroffene Einrichtung alles andere als langfristig gesichert. Siehe Lea Frese-Renner, Als das Internet Archive offline ging, 01.11.2024, https://zeitgeschichte-online.de/themen/als-das-internet-archive-offline-ging.
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18
Zur Quellenkritik des Digitalen und den methodischen Herausforderungen an die historische Zunft siehe Niels Brügger, The Archived Web: Doing History in the Digital Age, Cambridge, MA 2018; Andreas Fickers, Update für die Hermeneutik. Geschichtswissenschaft auf dem Weg zur digitalen Forensik?, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 17 (2020), H. 1, https://zeithistorische-forschungen.de/1-2020/5823, Druckausgabe S. 157-168; Niels Brügger, Understanding the Archived Web as a Historical Source, in: ders./Milligan (Hg.), The Sage Handbook of Web History, S. 16-29.
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19
»Mütter mit Modem«, Internet Archive, 28.11.1999, https://web.archive.org/web/19991128191105/http://www.muetter-mit-modem.de/.
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20
Aufgenommen wurden nur deutschsprachige, von Müttern oder Schwangeren erstellte Seiten ohne Scriptfehler und mit »lesenswerten« Inhalten bestückt. Letztendlich entschied die Webring-Betreiberin, ob Seiten diesen Ansprüchen gerecht wurden und damit über deren Aufnahme. »Mütter mit Modem«, Internet Archive, 26.01.2000, https://web.archive.org/web/20000126153306/http://www.muetter-mit-modem.de/aufnahme.htm.
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21
In der Netzwerkanalyse werden diese Seiten als Knoten und deren Verbindungen als Kanten bezeichnet.
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22
Eine Einführung in das Programm Gephi gibt dessen Programmierer, der Historiker Martin Grandjean, auf seiner Website: https://www.martingrandjean.ch/gephi-introduction/.
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23
Einer dieser Parameter ist der K-Core-Wert, also die Anzahl der Verbindungen, die ein Knoten mit anderen hat. Wird dieser erhöht, bleiben nur jeweils besser vernetzte Seiten in der Ansicht erhalten.
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24
»Hausfrauenseite: Spiegel«, https://www.hausfrauenseite.de/spiegel.html.
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25
Als Ausdruck der Popularität von Esoterik im Web siehe auch das »Internet-Adressbuch«: Ulrich Kaiser, Esoterik im Internet: Das komplette Info-Highway-Angebot: Cyberreligionen, Neoheidentum, Freimaurer, I Ging, Neue Hexen, PSI, Voodoo, Tarot und vieles mehr, München 1997.
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26
»Ulrikes Sammelsurium«, Internet Archive, 08.10.1999, https://web.archive.org/web/19991008122347/http://hp.citystar.de/ulrike/index.htm. Wie so viele Seiten zog auch diese auf eine andere Domain um, deren früheste archivierte Version auf den 06.10.2000 datiert, https://web.archive.org/web/20001006000304/http://www.caternberg.de/main/index.htm.
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27
»Online-Recht?«, Ulrikes Sammelsurium, Internet Archive, 23.08.2000, https://web.archive.org/web/20000823225245fw_/http://www.caternberg.de/main/recht/index.htm.
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28
Die »FrauenLinks« waren erreichbar unter zwei Domains, archiviert im Internet Archive als Version vom 09.10.1999 unter https://web.archive.org/web/19991009060025/http://www.ub.fu-berlin.de/~touati/ und als Version vom 27.11.1999 unter https://web.archive.org/web/19991127133218/http://www.frauenlinks.de/.
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29
Susanne Meyer (Hg.), Women’s Links: Das kommentierte Internet-Adressbuch 2000, Berlin 1999.
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30
»FrauenLinks«, Internet Archive, 01.06.2001, https://web.archive.org/web/20010601104853/http://www.ub.fu-berlin.de/~touati/.
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31
»CyberWyber«, CW-Club, Internet Archive, 10.10.1999, https://web.archive.org/web/19991010193408/http://frauenland.de/.
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32
Carola Enning schrieb auf ihrer Seite »FrauenLinks«: »Auch ein Backlink zur Frauenlinkseite wäre nett!«, »Hausfrauenseite«, Internet Archive, 24.02.1999, https://web.archive.org/web/19990224150334/http:/www.hausfrauenseite.de/.
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33
Vgl. Web Diary Eintrag »Neues von der Hausfrau«, bei dem es am Rande um die Gründung der Website »Babyzimmer« ging, mit dessen Webmasterin sich Carola Enning im Sommer 1998 privat traf, um etwaige Konflikte und Konkurrenzen auszuräumen: »Hausfrauenseite«, https://www.hausfrauenseite.de/neues140.html.
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34
Ende 2000 versammelte die große Seite »Babyzimmer« alleine über 400 solcher Berichte in einer eigens dafür geschaffenen Rubrik: »Babyzimmer / Geburtsberichte«, Internet Archive, 05.12.2000, https://web.archive.org/web/20001205103900/http://www.babyzimmer.de/html/geburt/geburt.htm.
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35
»Aufrecht«, online seit 1998, Internet Archive, früheste archivierte Version vom 19.06.2000, https://web.archive.org/web/20000619093015/http://www.aufrecht.net/Aufrecht.htm; »Gegenwehr« war seit Februar 1998 online, Internet Archive, früheste archivierte Version vom 08.10.1999, https://web.archive.org/web/19991008093224/http://www.gegenwehr.de/.
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36
»Gegenwehr / Über mich / Update, 10. Februar ‚ 98«, Internet Archive, 08.10.1999, https://web.archive.org/web/19991008093224/http://www.gegenwehr.de/.
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37
Die Betreiberin von »Gegenwehr« stellte ihre Seite 2002 ein, siehe »Gegenwehr«, Internet Archive, 28.05.2002, https://web.archive.org/web/20020528215540/http://gegenwehr.de/. Die Betreiberin von »Aufrecht« übergab ihre Seite Ende 2003 an andere Betroffene: Aufrecht.net, Internet Archive, 01.09.2004, https://web.archive.org/web/20040901000021/http://www.aufrecht.net/.
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Dazu ausführlicher: Nina Neuscheler, Eine neue Form der »Gegenwehr«. Vernetzung von Betroffenen sexualisierter Gewalt auf privaten Websites rund um die Jahrtausendwende, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 22 (2026), H. 2 (i.E.).
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»Herberts Männerseiten«, Internet Archive, früheste archivierte Version vom 03.12.1998, https://web.archive.org/web/19981203001012/http://www.maennerseiten.de/.
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Siehe hierzu auch die Website »Ranke.2«, https://ranke2.uni.lu/.